Am 28.10.2023 bestellten wir bei Familie Götz das Feld. Wir freuten uns, dass die Pferde uns einen Teil der Arbeit abnahmen, doch wie man sehen kann, mussten alle mit anpacken. Beim Säen dachten wir an unseren Säerspruch, aber natürlich gab Herr Götz auch ein paar Tipps, wie wir die Saat gleichmäßig ausbringen konnten. Bald sprossen schon die ersten Keimlinge, die wir aufgrund der Entfernung leider nur auf Fotos bestaunen konnten.
Es dauerte noch viele Monate, bis wie Familie Götz erneut besuchten. An einem sehr warmen Spätsommertag im September 2024 fand die Ernte statt. Wir hatten gehofft, vielleicht noch vor den Sommerferien ernten zu können, doch der Hochsommer ließ zunächst auf sich warten und den Roggen nicht ausreichend reifen. Als wir kurz nach den Ferien auf dem Hof ankamen, sah unser Feld wirklich ernüchternd aus, so hoch schoss zwischen den gänzlich abgeknickten Halmen das Unkraut empor. Herr Götz erzählte, dass unser Roggen vor wenigen Tagen noch aufrecht stand, aber ein Unwetter ihn zu Boden gedrückt hatte. Nun war es höchste Zeit zu ernten, denn die Samen begannen schon aus den Ähren zu fallen. Die Feldarbeit in der glühenden Mittagshitze war nun wirklich eine anstrengende Arbeit. Manche gingen beherzter zu Werke wie Andere, doch gemeinsam schafften wir es, alle Ähren zu bündeln. Im zweiten Schritt musste das Korn gedroschen werden, eine nicht weniger anstrengende Aufgabe. Zum Glück wurde niemand von einem Dreschflegel am Kopf getroffen. Herr Götz meinte normalerweise passiert das immer aber vielleicht war das auch nur ein Bluff. Bevor es endlich für alle die verdiente Bratwurst gab, musste noch die Spreu vom Roggen getrennt werden. Wir staunten nicht schlecht, drei Säcke – immerhin einige Kilo Korn – waren zusammengekommen und auch Herr Götz war zufrieden und sagte, es sei mehr als er anfangs erwartet hatte.
Bis wir nun unser Brot backen konnten, dauerte es noch eine Weile. Zunächst musste das Korn auf der Insel Rügen gewaschen werden. Eine Aufgabe, die dankenswerterweise ein Vater der Schulgemeinschaft übernahm, da er dafür die notwendigen Gerätschaften hatte. Aufgrund von Basaraktivitäten und allerhand anderer Ereignisse kamen wir erst im Februar 2025 dazu. Am ersten Tag besuchte uns Frau Götz nur kurz, um mit uns den Teig anzusetzen. Zum Glück brachte sie den Sauerteig schon mit, aber alles andere richtete sich ein jeder für sein Brot selbst her. Bevor wir backen konnten, musste der Teig aber zunächst 24h ruhen. Andere Klassen wurden schon ganz neugierig, aufgrund der vielen Schüsseln im Klassenzimmer. Am Backtag kümmerte sich Herr Götz um den Ofen und Frau Götz mit uns um die vielen Teige. Das Hinzufügen von Dinkelmehl und Salz und die Knetarbeit waren schnell getan, doch der Ofen war noch nicht recht heiß. Natürlich waren wir schon ganz ungeduldig und nach zwei Stunden Vorheizen konnte die erste Schicht Brote endlich gebacken werden. Erst zur Mittagszeit war auch die zweite Schicht durch und jedes Kind konnte sein eigenes Brot mit nach Hause nehmen. Es hat allen vorzüglich geschmeckt! Wir danken Familie Götz für dieses außerordentliche Engagement!
Jonas Bublak (Klassenlehrer)